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Wohnungsgenossenschaft inklusiv LEben eG

Vorschaubild zu Endspurt mit Überraschungen in der C8 in Reudnitz
Endspurt mit Überraschungen in der C8 in Reudnitz
inklusives Wohnprojekt kurz vor der Fertigstellung

Die Bauarbeiten in der C8 sind in den Endzügen, die heiße Phase der Fertigstellung hat längst begonnen. Für die Mitglieder der Genossenschaft inklusivLEben eG und die zukünftigen Bewohner des Hausprojekts ist es eine intensive Zeit mit Höhen und Tiefen, mit vielen Aufgaben und voller Überraschungen. Hier schildert ein Mitglied, was es zur Zeit erlebt:

Für uns alle ist es eine doppelt aufregende Zeit. Zum einen stecken wir Hausbewohner und unsere Familien in Umzugsvorbereitungen und koordinieren untereinander beispielsweise, wer wann Möbel oder Küchen anliefert. Schließlich wollen die Ersten bald einziehen. Und zum anderen ist unserer Haus in der Cichoriusstraße zwar bezugsbereit, aber ein Neubau, in dem noch Restarbeiten anstehen.

Dafür sind die Mitglieder unserer Genossenschaft unermüdlich im Einsatz, koordinieren, packen mit an und lösen Probleme. Einige sind zur Zeit täglich vor Ort und sorgen dafür, dass es vorangeht. Andere haben Dauernutzungsverträge vorbereitet und kontrollieren, ob alle notwendigen Unterlagen der künftigen Nutzerinnen und Nutzer eingegangen sind. Dazu gehört unter anderem der Weiße Wohnberechtigungsschein (WBS), den die Stadt Leipzig Menschen mit geringem Einkommen ausstellt. Dieser ist Voraussetzung für den Einzug, da es sich bei allen zehn Wohnungen um geförderten Sozialwohnungsbau handelt.



Doch damit nicht genug. Wenn das Haus bewohnt wird, muss auch der Hausmeisterservice kommen, die Mülltonnen da sein, der Strom für Licht im Haus und den Aufzug fließen. Besonders wichtig ist aktuell der Überblick über die Finanzen, schließlich fallen nun viele Rechnungen an und gleichzeitig sind wir als Genossenschaft auf die Ausschüttung der Fördermittel angewiesen – auch finanziell ein Kraftakt. Um all das kümmern sich unsere Genossenschaftsmitglieder ehrenamtlich.

Drinnen sieht es schon schick aus



Unter Hochdruck arbeiten auch alle Gewerke an der Fertigstellung unseres Hauses. Trockenbauer und Maler sind bereits fertig. Auch Fliesenleger und Haustechniker sind in den Endzügen. Die Wohnräume wirken nun ganz anders als noch vor ein paar Wochen, vor allem nehme ich sie größer und luftiger wahr. An den Decken kann man noch das ursprüngliche Holz des Holzrohbaus sehen. Dieses ist nun abgeschliffen und in einigen Wohnungen auf Wunsch weiß lasiert. Das ist das tolle an unserem Hausprojekt: Zu jeder Zeit können die zukünftigen Nutzer ihre Wünsche äußern. Diese lassen sich im Rahmen auch umsetzen, etwa wenn es um die gemeinschaftliche Wahl der Fliesen oder des Bodenbelags geht. Geförderter Sozialwohnungsbau kann wirklich schön sein.



Die Bäder zum Beispiel sehen schon schick aus. Der barrierefreie Duschbereich ist in steingrau abgesetzt, während der Rest der Bäder bis zur halben Höhe weiß gefliest ist. In den meisten Bädern sind schon Duscharmatur, Toilette und Waschbecken eingebaut. In die Wohnungen kommen derzeit Bodenbeläge rein. Auch Wohnungs- und Innentüren werden eingebaut. Wir selbst bringen derzeit Rauchmelder an und entfernen Schutzfolien von den Fenstern.



Überraschungen bleiben nicht aus



Wie bei jedem Hausbau sind auch wir vor Überraschungen nicht gefeit. Eigentlich hat das bereits beim Abriss der alten Garagen begonnen, als der Boden kontaminierter war, als vermutet. Veränderte Brandschutzvorgaben, Lieferengpässe bei den Teilen für den Holzrohbau, ein komplizierter Aufzug, den kaum jemand herstellen kann. Kostensteigerungen bei fast allen Gewerken, was die Vergabe verkompliziert. Ausfall von bereits fertig verhandelten Auftragnehmern, für die erst Ersatz gefunden werden muss… wir alle gehen mit mehr grauen Haaren aus diesem Projekt heraus, als wir noch vor zwei Jahren hatten.



Und bei all dem drückt der Einzugstermin, der bei uns anders als bei „normalen“ Wohnprojekten mit dem Arbeitsbeginn der Assistenzkräfte zusammenfällt, die sich um die sieben Menschen mit Behinderung kümmern werden – hier hängen Arbeitsverträge, Arbeitgeber und nicht zuletzt Fördergelder dran, die zum Teil hart erkämpft wurden und nicht gefährdet werden dürfen.

Alle bekommen eine Lektion in Frustrationstoleranz und bei jeder neuen kleinen Katastrophe wird es kurz ruhig in den Zusammenkünften. Aber dann wird der Kücheneinbau eben verschoben, für einige ist es nicht das erste Mal. Einatmen, ausatmen, weiter geht es…



Bei allem, was gerade passiert, sagen wir uns oft: Später, wenn es geschafft ist, dann setzen wir uns zusammen und stoßen an. Und dann sind das alles Anekdoten, über die wir gemeinsam lachen können.